Daniela Katzenberger bei mir zur Familienaufstellung
Im Rahmen ihrer VOX-Doku-Soap „Daniela Katzenberger“ kam Daniela Katzenberger mit Kamerabegleitung zu mir in meine Praxis auf Mallorca. Für die Sendung ließ sie sich bei einer Familienaufstellung begleiten und gab dabei sehr persönliche Einblicke in ihre Familiengeschichte.
Hinter dem Fernsehtermin stand ein sehr persönliches Anliegen: Daniela wollte, wie sie selbst sagte, mit Hilfe einer systemischen Familienaufstellung „alte Dinge aufräumen und aufarbeiten“ und herausfinden, was hinter bestimmten Ängsten und Verhaltensmustern aus ihrer Kindheit steckt.
Die Folge „Happy Birthday, Iris!“ wurde am 27. Sept. 2024 bei VOX ausgestrahlt. Einen ausführlichen Ausschnitt aus unserer gemeinsamen Arbeit stellt RTL bis heute kostenfrei online zur Verfügung.
Ein erster Einblick in unsere Aufstellung
In diesem kurzen Ausschnitt bekommst Du einen ersten Eindruck von unserer gemeinsamen Arbeit in meiner Praxis auf Mallorca. Daniela spricht darüber, was ihr als Kind bei all den Veränderungen in ihrer Familie gefehlt hat – und warum diese Erfahrungen sie bis heute beschäftigen.
Welche Ängste aus unserer Kindheit geben wir an unsere Kinder weiter?
Ein wichtiger Grund für Danielas Familienaufstellung war ihre Sorge, eigene Ängste und Erfahrungen aus ihrer Kindheit unbewusst an ihre Tochter weiterzugeben.
Im Interview erzählt sie dafür ein sehr konkretes Beispiel: Geld war in ihrer Kindheit knapp. Ihre Mutter tankte häufig nur wenig – und irgendwann blieb die Familie nachts auf der Autobahn liegen.
Viele Jahre später saß Daniela mit ihrer eigenen Tochter im Auto, als diese plötzlich fragte:
„Mama, haben wir noch genug Geld, um zu tanken?“
Für Daniela war das ein Moment, der sie nachdenklich machte. Denn genau das wollte sie nicht: dass Ängste, die aus ihrer eigenen Kindheit stammen, irgendwann zu Ängsten ihrer Tochter werden.
Und genau hier liegt eine spannende Frage für viele Familien: Welche unserer eigenen Erfahrungen tragen wir unbewusst weiter – obwohl wir es eigentlich ganz anders machen möchten?
Viele Veränderungen – aber wie ging es dem Kind damit?
Daniela erzählt im Interview auch von den wechselnden Beziehungen ihrer Mutter. Neue Partner kamen in das Familienleben, es gab Umzüge und Schulwechsel. Diese Zeit beschreibt sie rückblickend sehr deutlich als „Vollhorror“.
Als sogenanntes „Sandwich-Kind“ – mit einem älteren Bruder mit Behinderung und einer jüngeren Schwester – hatte sie gleichzeitig das Gefühl, ihre ohnehin belastete Mutter nicht zusätzlich beanspruchen zu dürfen.
Heute betrachtet Daniela die Situation ihrer Mutter durchaus differenziert. Sie sieht die alleinerziehende Frau mit drei Kindern, finanziellen Sorgen und einer enormen Belastung und sagt selbst, dass Vorwürfe sie heute nicht weiterbringen würden.
Doch Verständnis für die Situation der Mutter bedeutet nicht automatisch, dass die Bedürfnisse des damaligen Kindes verschwinden.
Der Satz, der gefehlt hat: „Ist es okay für Dich?“
Während unserer Arbeit stellte ich Daniela eine Frage:
Welcher Satz wurde gefühlt noch nie gesagt?
Ihre Antwort führte zu einem ganz grundlegenden Bedürfnis:
„Daniela, ist es okay für Dich?“
- Ist es okay für Dich, dass wir umziehen?
- Wie geht es Dir damit, dass Du die Schule wechseln musst?
- Wie geht es Dir damit, dass ein neuer Partner in unser Leben kommt?
Dabei geht es nicht darum, dass ein Kind darüber entscheiden muss, ob seine Mutter oder sein Vater heiraten, eine neue Beziehung eingehen oder umziehen darf.
Es geht um etwas anderes:
Wird das Kind emotional mitgenommen?
Wird gefragt, wie es ihm mit einer Veränderung geht? Darf es traurig, wütend oder verunsichert sein – auch wenn die Erwachsenen ihre Entscheidung für richtig halten?
Manchmal lässt sich eine Situation nicht verändern. Aber es kann einen großen Unterschied machen, ob das Erleben des Kindes darin überhaupt einen Platz bekommt.
Wenn alte Erfahrungen in heutige Beziehungen hineinwirken
Im Laufe der Aufstellung entstand noch eine weitere wichtige Erkenntnis.
Daniela bemerkte, dass es ihr schwerfiel, dem neuen Partner ihrer Mutter wirklich eine Chance zu geben. Gleichzeitig formulierte sie sinngemäß einen bemerkenswerten Gedanken:
Vielleicht muss dieser Mensch gerade für Dinge bezahlen, die andere vor ihm falsch gemacht haben.
Genau solche Zusammenhänge können bei einer Familienaufstellung sichtbar werden.
Nicht jede starke Reaktion hat automatisch ihren Ursprung in der Kindheit. Und nicht jedes aktuelle Problem ist lediglich ein „altes Muster“.
Aber es kann sich lohnen zu unterscheiden:
Was gehört tatsächlich zu dem Menschen und der Situation, die heute vor mir stehen – und was bringe ich möglicherweise aus meiner eigenen Geschichte mit?
Die Familienaufstellung im ausführlichen RTL-Beitrag
Du möchtest noch mehr von der Aufstellung sehen? RTL zeigt in einem rund sechsminütigen Beitrag ausführlich, wie Daniela und ich gemeinsam an ihrem Thema gearbeitet haben. Der Beitrag ist kostenfrei bei RTL abrufbar.
Was kann eine Familienaufstellung sichtbar machen?
Eine Familienaufstellung kann dabei helfen, Beziehungen, wiederkehrende Muster und innere Konflikte aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Dabei geht es für mich nicht darum, im Nachhinein Schuldige zu suchen.
Gerade Danielas Geschichte zeigt, dass zwei Dinge gleichzeitig wahr sein können: Wir können heute verstehen, warum unsere Eltern in bestimmten Situationen so gehandelt haben – und trotzdem anerkennen, dass uns als Kind etwas gefehlt oder verletzt hat.
Wir müssen unsere Eltern nicht verurteilen, um unsere eigene Geschichte ernst zu nehmen.
Manchmal beginnt Veränderung genau dort: wenn wir erkennen können, was damals war, was davon heute noch in uns wirkt – und was wir nicht länger weitertragen möchten.
Was aus DEINER Geschichte wirkt heute noch weiter?
Vielleicht kennst Du Situationen, in denen Du auf Deinen Partner, Deine Eltern oder Deine Kinder viel stärker reagierst, als Du es eigentlich möchtest.
Oder Du bemerkst bestimmte Ängste und Verhaltensmuster immer wieder – obwohl Du längst verstanden hast, dass Du etwas verändern möchtest.
In einer Familienaufstellung können wir gemeinsam anschauen, woher solche Dynamiken kommen können und was Du heute möglicherweise nicht mehr weitertragen möchtest.
Möchtest Du Dein eigenes Thema anschauen?
Vielleicht erkennst Du Dich in manchen dieser Dynamiken wieder oder möchtest verstehen, warum bestimmte Themen in Deinem Leben immer wieder auftauchen.
In einem unverbindlichen Gespräch können wir gemeinsam schauen, ob eine Familienaufstellung für Dein Anliegen sinnvoll sein könnte und welcher Rahmen für Dich passt.

